Der Taupunkt beschreibt, bei welcher Temperatur Kondensation einsetzt. Er ist ein etablierter Wert – aber kein geeigneter Indikator für Schimmelrisiko. Schimmelwachstum beginnt bei 80 % relativer Oberflächenfeuchte (surfRH), also weit vor Kondensation. Wer nur den Taupunkt prüft, unterschätzt das Risiko systematisch.
surfRH wird aus drei Messwerten berechnet: Raumtemperatur (T_raum), relativer Luftfeuchtigkeit (rF_raum) und Wandoberflächentemperatur (T_wand). Der Rechenweg folgt der Magnus-Formel: Aus T_raum und rF_raum wird der Partialdampfdruck der Raumluft ermittelt. Aus T_wand wird der Sättigungsdampfdruck an der Oberfläche berechnet. Das Verhältnis beider Werte ergibt surfRH.
Thermo-Check implementiert diesen Rechenweg browserbasiert – ohne App, ohne Installation. Die Eingabe von drei Messwerten genügt für eine belastbare Risikoeinschätzung nach ISO 13788.
In der Praxis ermöglicht surfRH eine klare Trennung zwischen Nutzungsproblem und Baumangel. Ein Nutzungsproblem liegt vor, wenn surfRH bei normalen Nutzungsbedingungen (20 °C, 50 % rF) unkritisch ist und nur bei nachweislich abweichendem Verhalten kritisch wird. Ein Baumangel liegt vor, wenn surfRH bereits bei normaler Nutzung dauerhaft über 80 % liegt – unabhängig vom Lüftungsverhalten.
Dieser Unterschied ist gutachterlich und rechtlich relevant: Die Sphärentheorie der deutschen Rechtsprechung stützt sich auf genau diese Kausalfrage. Thermo-Check liefert dafür eine reproduzierbare, nachvollziehbare Berechnungsgrundlage.
